Hausbau: Massiv- vs. Fertighaus

Mietwohnung, Eigentumswohnung, Eigenheim – da hat sicherlich jede_r so die eigenen Vorlieben und Vorstellungen. Für Nadine und mich ist die Entscheidung Richtung eigenes Haus gefallen. Nichts besonderes, es bauen jedes Jahr wahnsinnig viele Menschen ein Eigenheim.

Hausbau - Schubkarre

Wir haben schon einige Informationen zusammengesammelt, mit verschiedenen Leuten gesprochen und wie das eben so ist, sagt Dir jede_r etwas anderes und Du wirst am Ende keineswegs schlauer sondern nur verwirrter. :)

Die Überschrift beschreibt eine wichtige Entscheidung zu Beginn eines solchen Weges. Es gilt die Entscheidung zu treffen, ob man das eigene Haus in Massivbauweise – also „Stein auf Stein“ – oder eben in Fertigbauweise errichtet. 

Ich war bis vor ca. 2 Wochen eher contra Fertighaus, da ich so dachte „bei Massiv weisste was Du hast“. Nach einigen Informationen und Gesprächen wurde mir klar, dass da vielleicht doch recht viele Vorurteile mitschwingen könnten. Was in diesen Fertighäusern mittlerweile an „Technik“ steckt, ist zumindest nach dem was in den Katalogen steht, wirklich verblüffend.

Meine Abneigung gegen Fertigbauweise verschwinden lassen hat die Aussage, dass ein Fertighaus in der Regel auch nichts anderes ist, als ein Fachwerkhaus. Zwischen den Balken ist heute nur kein Lehm und Stroh mehr. Als gelernter Zimmerer habe ich zu Fachwerk eine durchaus vertrauensvolle Beziehung. :)

Massiv- vs. Fertigbauweise

Sprechen wir bei Unterhaltungen an, dass wir überlegen ein Fertighaus bauen wollen, ernten wir oftmals kritische Blicke und als erster Satz kommt meist „Echt jetzt?“. Schauen wir in die Wohnsiedlungen, in welchen in der Gegend hier gerade neu gebaut wird, stehen dort (gefühlt) eher mehr Fertighäuser. Die Argumente gegen Fertighaus waren bisher u.a. dass die Dämmung zwischen den Balken ja verrutschen kann und im Sommer die Wärme im Haus bliebe und der Luftausgleich viel schlechter wäre, als bei einem Massivhaus. 

Die Aussagen kamen u.a. von den Grundstücksmaklern, mit denen wir bisher gesprochen haben. Diese hatten natürlich auch direkt einen Kontakt zu einer lokalen Baufirma, welche in Massivbauweise baut. Bei sowas werde ich immer etwas skeptisch. Frage ich nun bei Fertighausfirmen, werden die natürlich ihre Häuser voll toll finden. Wir sind mittlerweile doch etwas verunsichert.

Ich benötige daher Erfahrungen aus der Praxis. Habt Ihr in den letzten Jahren gebaut? Habt Ihr Euch auch die Frage gestellt, ob Massivbauweise oder Fertighaus? Wie habt Ihr sie für Euch beantwortet? Warum habt Ihr Euch so entschieden, wie Ihr Euch entschieden habt? Habt Ihr massiv gebaut und würdet nun doch lieber ein Fertighaus haben wollen oder wohnt Ihr in einem Haus in Fertigbauweise und ärgert Euch etwas über diese Entscheidung?

Eure Erfahrung bitte einfach in die Kommentare packen. Dies wäre tatsächlich eine wirklich grosse Hilfe für uns und sicherlich auch andere potentielle Häuslebauer.

Vielen Dank schon mal vorab!

[Update]

In den Vorüberlegungen von Andrea und Fabian fand ich interessante Hinweis zu dem Thema. Auch allgemein ein interessantes Blog, welche die kompletten Bauschritte dokumentiert.


Bild: pixabay (sandid)

Steve Rueckwardt

Veröffentlicht von

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15 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Holzbau soll ja auch ganz gut sein, machen gerade Freunde von mir. Ist sicher eine Geschmacks- und Finanzfrage und passt wahrscheinlich auch nicht in jede Gegend, aber ich finds ganz schick. Vielleicht ist das noch eine weitere Alternative zum Massiv- oder Fertighaus.

  2. Haben uns für ein Haus in Holzständerbauweise entschieden (außen und innen verputzt) und würden es jederzeit auch wieder tun (nur nicht mir unserem Hausbauer).
    Gründe dafür waren:
    – Wahrscheinlichkeit der Schimmelbildung ist sehr gering (haben zusätzlich im ganzen Haus Lehm- und Kalkputz)
    – sehr angenehmes Raumklima
    – im Winter sind die Wände trotzdem nicht kalt
    – wir konnten sehr viel in Eigenleistung machen (dämmen, verplanken, spachteln, Putz auftragen)
    – es steht sehr schnell und wir waren dadurch nicht mehr Wetter abhängig (und konnten den kompletten Winter durch nur mit Pulli ohne Jacke und Heizung arbeiten)
    – im allgemeinen die kürzerer Bauzeit
    – das ganze System ist ökologisch und umweltfreundlich

    Unser Fazit:
    Die Wärmedämmung funktioniert super. Lüften frühs ausgiebig und machen dann die 3-Fach-verglasten Fenster zu. Haben es dadurch den ganzen Tag angenehm kühl und auch bei den hohen Temperaturen haben wir nachts nicht gemerkt, dass wir nun unter dem Dach schlafen.
    Was uns allerdings aufgefallen ist, dass man bei den verschiedenen Anbietern sehr auf den Wandaufbau achten muss, wenn man Schränke etc. an der Wand befestigen möchte. Haben jetzt gedämmt mit Holzwolle, dann OSB und dann Rigips und das ganz Diffusionsoffen.

    • Steve Rueckwardt

      Hallo Rotkäppchen,

      danke für das Teilen Deiner/Eurer Erfahrungen. :)

      Was habt Ihr denn technisch einbauen lassen? Luft-Wärme-Puppe? Photovoltaik-Anlage? Bzw. wie heizt Ihr im Winter?

    • Haben uns für einen Wasserführenden Ofenen, Luft-Wasser-Wärme-Pumpe und (in ein paar Jahren) Photovoltaik entschieden. Die Wärmepumpe ist aber noch nicht in Betrieb, dh im Moment läuft alles über den Ofen und das wollen wir auch versuchen im Winter nur so zu handhaben. Durch die offene Bauweise bekommen wir sehr viele Räume warm und im DG können wir damit ja die Fußbodenheizung speisen zusätzlich zu dem warmen Wasser.

    • Steve Rueckwardt

      Danke für Deinen Kommentar.

      Mit Ofen meinst Du einen Kamin? Bzgl. Luft-Wärme-Pumpe – warum noch nicht in Betrieb? Für die Photovoltaik sind dann jetzt schon alle Dinge vorbereitet die notwendig sind für den Betrieb? Auch hier die Frage: warum noch nicht in Nutzung?

      Zur Kernfrage des obigen Artikels: habt Ihr Massiv- oder Fertigteilhaus gewählt?

      Danke.

    • Ja, mit Ofen meine ich einen Kaminofen (die erzeugte Wärme verteilen sich auf 30% Raum und 70% Wasser). Durch den Energieberater wussten wir dann auch welche Größe.
      Bei der Wärmepumpe warten wir noch auf die Firma die sie in Betrieb nimmt. Unsere Heizungsanlage wurde erst sehr spät vom Installateur gemacht und wir mussten vorher schon umziehen…
      Die Photovoltaikanlage hatten wir als Puffer mit kalkuliert. Wenn das Geld langt kommt sie gleich, ansonsten später. (Bis jetzt haben noch nicht alle Handwerker fertig abgerechnet) Wir hatten durchgerechnet was aufs Dach geht und dann die Leitungen in den Keller gezogen und im Keller auch alles vorbereitet. Es muss quasi nur die Anlage aufs Dach und der Zähler in den Keller.
      Wir haben uns für ein „Fertighaus“ in Holzständerbauweise entschieden.

    • Gerne :-) Ich hoffe ich konnte ein bisschen helfen.. Bin gespannt wie eure Entscheidung letztendlich ausfällt!

  3. Muss es denn eigentlich ein Neubau sein? Eventuell steht das Traumhaus ja schon irgendwo in Leipzig und Umgebung. Spart zeitlich am Ende ja auch den ganzen Baukrams, von eventuellen Umbauten oder Renovierungen mal abgesehen.

    • Steve Rueckwardt

      Moin Micha,

      natürlich haben wir auch daran gedacht. Bisher war bei den angebotenen Objekten jedoch nichts passendes dabei bzw. da wo es einigermassen gepasst hätte, war es zu weit vom Schuss…

      Mittlerweile sind wir schon stark zum Neubau tendierend, da wir damit auch recht frei bzgl. der Vorstellungen sind und zudem auch aktuelle Energie- und Baustandards einplanen können. Wenn ein Kauf, dann müsste das Objekt schon wirklich sehr viele unserer Vorstellungen erfüllen, um in Favoritenposition zu gelangen. :)

  4. Hallo Steve,
    schön, dass du dich mit diesem Thema beschäftigst. Ich bin am Freitag in unser neues Haus gezogen. Wir haben dazu im Vorfeld 13 Baufirmen verglichen. Einige Massiv (7) und einige Fertigteilhäuser (6). Es ist ganz schwierig pauschal eine Aussage „Pro“ oder „Contra“ dieser beiden Baustile zu geben. Fast jede der Baufirmen hat bestimmte Besonderheiten mit denen Sie zusätzliche Vorteile schaffen. So sind Fertigteilhäuser oft wesentlich hellhöriger als massiv gebaute Häuser, aber auch hier haben einige Fertigteilhaushersteller sehr gute Lösungen gefunden.

    Im Enddefekt haben wir uns für ein Massivhaus entschieden. Unsere subjektiven Gründe waren:
    – der Bauleiter war einfach PERFEKT! (1 von 13 erfüllte dieses Kriterium)
    – der Preis war fair (und ist es geblieben)! (das Gefühl hatten wir nur bei 2 von 13 Unternehmen)
    – Aufpreise und Änderungskosten lagen sogar unter unseren Erwartungen ( / Befürchtungen) (1 – 2 von 13)
    – Durch die Beratung konnten wir das Haus optimieren (1 von 13)
    – Unser Haus ist wirklich individuell und von uns geplant (4 von 13)
    – Wir haben andere Bauherren gesprochen und die waren mit dem Unternehmen glücklich. (5 von 13)

    Ja, alles Punkte die nichts mit der Form des Bauens zu tun haben. Ich bin aber auch der Meinung, dass diese Punkte wichtiger sind, als das Material aus dem das Haus ist. Beide Bau-Formen haben in zahlreichen Projekten bewiesen, dass sie funktionieren und beständig sind.

    Ich drücke dir die Daumen, das Richtige zu finden.

    PS: Du bist gerne eingeladen (auch mit deiner Familie) mal vorbeizukommen. Wir haben uns ja ewig nicht mehr gesehen.

    Lg,
    Claus

    • Steve Rueckwardt

      Hallo Claus,

      ja da schau her. :) Danke für Deinen Kommentar. Stimmt, das letzte Treffen ist tatsächlich schon eeewig her. :)

      Wenn wir mal wieder in der Nähe sind, planen wir das gern mit ein.

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