Hausbau: nochmal alles von vorn / aktueller Stand der Planungen

Der letzte Statusbericht zum Thema Hausbau ist nun auch schon wieder knapp 2 Monate her. Zwischenzeitlich hat sich einiges getan. Also wird es Zeit, den aktuellen Stand hier mal wieder kund zu tun.

Notes / Planungen

Wir haben uns recht intensiv mit den bereits erstellten Grundrissen und Ansichten befasst, hier und da Kleinigkeiten geändert (bzw. ändern lassen) und waren soweit eigentlich mit der Planung recht schnell fertig. Dann gab es aber vor ungefähr 2 Wochen die Info vom Erschliesser, dass man nun im 2. Bauabschnitt (da wo unser Grundstück liegt) die Vermessung durchgeführt habe und unser Grundstück nun 70m² grösser sei. Keine weitere Erklärung oder Option, ob wir dies überhaupt wollen oder nicht.

Klar, mehr Grundstück ist sicherlich nicht die schlechteste Botschaft, nur bedeutet dies natürlich auch Mehrkosten, die a) nicht geplant waren und b) ja auch nicht sein müssen. Also Anruf beim Erschliesser (der auch gleichzeitig der Verkäufer des Grundstücks ist) und nachgefragt, was da denn los ist. Dabei stellte sich heraus, dass die Info per E-Mail mehr als Frage gemeint war, ob dies für uns ein Problem wäre, wenn wir nun 70m² mehr Grundstück hätten. Zudem würde die geplante Privatstrasse zwischen unserem und dem Nachbargrundstück nun entfallen. Ich teilte ihm mit, dass es hilfreich ist, wenn man eine Frage auch als solche formuliert und nicht einfach die Tatsache in der E-Mail darstellt. Ich bat ihn mir die aktuelle Planung zukommen zu lassen, so dass wir uns dies konkret anschauen können.

Alles nochmal von vorn

Die Aufteilung des Grundstückes hatte sich laut dem übersandten Plan nun doch nicht um 70m² sondern lediglich um 30m² verändert – erwähnt oder erklärt wurde dies jedoch nicht. Woher die 70m² kamen? Keine Ahnung. Der Schnitt des Grundstücks hat sich nicht sehr verändert, das was mal als Privatstrasse angedacht war, ist nun unserem Grundstück zugewiesen. An sich ok, zumal mir mitgeteilt wurde, dass die 30m² keine zusätzlichen Kosten (bezogen auf den Grundstückspreis) für uns bedeuten.

Jedoch bedeutete die Änderung des Grundstücks, dass die Planung des Hauses so wie es bisher vorgesehen war, nicht mehr optimal ist. Also habe ich den neuen Grundriss des Grundstücks an den Architekten weitergeleitet und ihn gebeten, dass er die bisherige Planung so ändert, dass es für das neue Planungsmuster des Grundstücks passt.

Eigentlich nicht sooo schlimm, jedoch hatten wir uns natürlich innerlich schon mit dem bisherigen Hausgrundriss und den Ansichten angefreundet. Nun ja, es hilft ja nichts und die neue Planung, welche uns zwischenzeitlich bereits vorliegt, schaut auch gut aus. Anders, aber wir haben uns auch daran nun gewöhnt und sind soweit damit zufrieden. Die Ansicht hat sich deutlich geändert, im Grundriss musste glücklicherweise nicht so viel angepasst werden. Wir hatten am Freitag noch einen Termin mit dem Architekt und ein paar Kleinigkeiten zur Korrektur vorgeschlagen, sind dann aber soweit mit der Grundriss- und Ansichtplanung was das Grobe betrifft, durch.

Heizungsanlage

Wie ich im letzten Artikel schrieb, hatte ich für uns die Luft-Wärmepumpe (LWP) schon fest gesetzt gehabt, lies mich dann aber im Gespräch mit dem Energieberater durchaus davon überzeugen, dass eine Gastherme derzeit die ökonomischere Option wäre. Ich schwankte, da es für mich irgendwie innerlich nicht so sinnvoll erscheint, auf einen nicht regenerativen Brennstoff zu setzen. Bekannte meiner Eltern hatten vor ca. 5 Jahren gebaut und nutzen eine LWP, daher vereinbarten wir mit diesen einen Termin und fuhren vorbei, um uns über die Erfahrungswerte auszutauschen.

Die beiden sind mit der Anlage zufrieden, hatten bisher lediglich einen Besuch eines Technikers für ein Update der Steuerungssoftware, sonst keine Wartung o.ä. Die auflaufenden Stromkosten wurden von ihnen gut dokumentiert und hielten sich aus meiner Sicht im vernünftigen Rahmen, zumal bei diesem Haus keine Photovoltaikanlage genutzt wird. Da wir eine selbige geplant haben, dürfte sich der Kostenanteil für extern bezogenen Strom bei uns noch etwas anders darstellen, also geringer werden.

Nach diesem Gespräch war ich zu meiner anfänglichen Überzeugung bzgl. dem Einsatz einer LWP wieder zurückgekehrt und wir teilten dem Architekt und dem Energieberater mit, dass wir uns für eine solche als Heizquelle entschieden haben.

Küchenplanung

Wir hatten zwischenzeitlich auch mit Küchenplanern gesprochen und uns eine Küche planen lassen. Wie auch beim Haus selbst ist es irgendwie schön, wenn man das ganze theoretische am Ende dann mal auf Papier oder sogar in 3D sieht und ein Gefühl bekommt, wie es aussehen wird.

Bei der Küche steht unsere Entscheidung noch nicht fest, es ist auch für diese Planung evtl. etwas früh. Jedoch wollten wir rechtzeitig einerseits diese Kostenposition mit in der Finanzplanung haben und andererseits kann man hier ggf. auch noch Änderungen am Grundriss vornehmen, sollte es notwendig sein. Auch für die spätere Leitungsplanung für Strom sowie Wasser- und Abwasser ist es nicht ganz unwichtig.

Kosten / Finanzierung

Auch das Thema Geld muss so langsam ins Spiel kommen. Der Architekt hat uns eine grobe Kostenschätzung erstellt (schon gleich zu Beginn), welche auf Grundlage eines Kataloges aus Mittelwerten von Bauvorhaben gemäss der bei uns vorliegenden Daten die Kosten darstellt. Hinzu kommen dann noch die Grundstückskosten, die Kosten für Küche sowie etwaige Möbel und Lampen.

Dies alles sind aktuell natürlich Schätzwerte und erst mit der Einholung von konkreten Angeboten wird sich dann darstellen wie nah dran oder weit weg diese Schätzwerte liegen. Für uns selbst haben wir eine Tabelle angelegt, in welcher wir die einzelnen Schätzungen aus der Tabelle des Architekten übernommen und um Positionen wie Grundstück, Küche etc. ergänzt haben. Wir haben eine Soll- und eine Ist-Wert-Spalte erstellt, so dass wir auch später sehen, ob wir die geschätzen Kosten unter- oder überschreiten.

Ausserdem haben wir unser zur Verfügung stehendes Eigenkapital sowie etwaige Eigenleistungen als Position mit aufgenommen. Die letzteren beiden Posten werden von der Summe des Kostenblocks abgezogen und es stellt sich dann der tatsächliche Finanzierungsbedarf dar. Also der Wert, den wir am Ende von der Bank brauchen.

Es ist schon krass, wie schnell sich hier schwindelerregende Summen zusammenfinden. Ich bin es durch meine Firma zwar durchaus gewohnt, auch mit höheren 4 oder fünfstelligen Summen zu agieren, aber das hier ist doch nochmal eine ganz andere Nummer. Man muss hier sehr gut aufpassen, dass man sich nicht „verzettelt“ und am Ende übernimmt. Hier mal 2000 EUR, dort mal 5000 EUR etc. und zack sind 50.000 EUR oder sogar mehr zusammen und verändern die ganze Finanzplanung. Immerhin läuft so ein Kredit schon ein paar Jährchen und es dauert seine Zeit, bis man das alles fein wieder abgezahlt hat. Die monatliche Belastung soll letztlich ja auch in einem Rahmen liegen, der nicht mehr belastet als notwendig und noch Spielraum für nicht eingeplante Dinge lässt. Zumindest sehe ich dies so.

Ich denke, es ist unvermeidlich, dass man früher oder später an den Punkt kommt, an dem man Kompromisse machen muss oder z.B. über mehr Eigenleistung nachdenken muss. Man baut ja in der Regel nur einmal und möchte natürlich hier und da auch ungern auf bestimmte Dinge verzichten. Es soll schliesslich auch für ein paar Jahre halten. Die Aufgabe der nächsten Zeit wird für uns auch sein, z.B. zu prüfen ob und was genau wir ggf. doch noch mehr in Eigenleistung erbringen können. 

Die nächsten Schritte

Die nächsten Schritte: die Planungen des Hauses finalisieren, weitere Gespräche mit Baufinanzierern führen (eines hatten wir bereits) und uns für einen Partner bzgl. Finanzierung entscheiden. Danach gilt es, den Kauf des Grundstücks fest zu machen sowie konkrete Angebote der einzelnen Gewerke einzuholen.

Es wird immer konkreter, was ich als sehr schön empfinde, dennoch ist es eine doch recht grosse „Aufgabe“ welche schon etwas Respekt bedarf. Falsche Schritte können Geld kosten oder man ärgert sich später darüber. Ich denke, dieses Auf und Ab der Gefühle und Gedanken kennt aber wohl jede_r BauherrIn. :)


Bild: pixabay (condesign)

 

Steve Rueckwardt

Veröffentlicht von

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12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Steve,

    viel Spaß beim Bau und schön das Du andere daran teil haben lässt. Das wollte ich vor knapp 3 Jahren eigentlich auch machen, habe es aber dann zeitlich nicht gepackt.

    Teilst Du auch tiefer Infos? Wie Grundrisse, Küchenplanung, etc.? Da könnten Dir bestimmt andere Häuslebauer gute (und natürlich schlechte) Tipps geben. Aber vielleicht hilft es ja.

    Beim Theme Wärmepumpe vs. Gastherme haben wir uns für die Gasheizung mit Solar entschieden. Gasthermen sind aktuell so gut, dass diese im Kosten-Nutzen-Vergleich bei uns gewonnen haben. Abzüglich natürlich dem Thema „erneuerbare Energie“.

    • Steve Rueckwardt

      Hallo Thomas,

      danke, ob das alles so ein Spass wird? Ich bin mir da nicht ganz so sicher… :)

      Nein, Grundrisse und Küchenplan werde ich wohl eher nicht teilen. Meine Erfahrungen etc. ja, aber nicht die Pläne selbst. Einerseits möchte ich nicht der Welt alle Ecken meines Zuhause zeigen und andererseits: ich werde sowieso schon wirr, weil Du ständig von irgendwem hier und da etwas hörst und gesagt bekommst. Ich weiss, etwaige Tipps und Hinweise wären sicherlich hilfreich, dennoch möchte ich hier (für mich) zusätzlichen „Entscheidungsstress“ vermeiden. Wir werden die Pläne auch nicht gross im Freundes- und Bekanntenkreis herumzeigen.

      Das Thema Heizung ist dafür ein gutes Beispiel. Klar, es gibt sicherlich viele gute Gründe, noch nicht auf eine LWP zu setzen sondern Gas zu bevorzugen. Wie beschrieben ging es da in mir schon hin und her bzgl. pro/contra. Die Entscheidung ist für mich nun aber gesetzt und ich habe mich für diesen Weg entschieden.

      Wenn jemand grundsätzliche Hinweise und Erfahrungswerte hat und diese teilen möchte: mein Ohr ist offen. Es an den konkreten Plänen und Grundrissen zu tun möchte ich aus besagten Gründen jedoch nicht. Ich bitte um Verständnis. :)

  2. Ich habe bis vor ein paar Monaten noch gesagt, dass ich nicht bauen will, weil es zu viel Stress und Risiko ist. Inzwischen habe ich meine Meinung geändert. Die Häuser, die momentan zum Verkauf angeboten werden, sind oft zwischen 20 und 50 Jahren alt und bis ich die auf den Stand von 2016 gebracht und zudem meine eigenen Vorstellungen verwirklicht habe, bezahle ich am Ende mehr, als für einen Neubau.

    Also ein Neubau. Wir haben hier in der Region einen Anbieter gefunden, der unserer Meinung nach seriös ist und dem wir zutrauen, dass das alles ohne größere Reibereien über die Bühne geht. Das Problem ist nur der Weg dahin.

    Schon bei der Suche nach einem Bauplatz lernt man unglaublich viele Dinge: zum Beispiel dass die meisten Baulücken überhaupt nicht verkauft werden, da die Besitzer das Geld nicht brauchen oder die Grundstücke für ihre Enkel aufheben. Neubaugebiete gibt es hier fast keine und die die es gibt, kommen für uns nicht infrage, denn wenn ich einen Bauplatz mit 400 qm habe und von allen Himmelsrichtungen her umbaut bin, kann ich auch gleich im Reihenhaus bleiben.

    Und dann haben wir vergangene Woche endlich einen schönen Bauplatz gefunden. Der Besitzer verlangt aber 300 Euro pro qm anstatt der ortsüblichen 225 Euro. Warum? Weil er es kann – und weil schon zig Bauträger Schlange stehen, um dort Reihenhäuser draufzupflastern. Also denkt man nach, denn wie du schon sagst: man baut für’s Leben und will nicht am falschen Ende sparen. Vielleicht also doch den Preis bezahlen? Vorab aber erst einmal beim Bauamt fragen, ob dort überhaupt das Haus gebaut werden kann, das wir uns vorstellen. Pustekuchen. Die erlaubte Dachneigung degradiert das zweite Geschoss zu einem Abstellraum, der kaum bewohnbar ist.

    Die Suche geht jetzt also wieder von Vorne los und ich sehe schon jetzt viele weitere Enttäuschungen auf uns zukommen, bis alle Hürden (Finden, preislich im Rahmen, vernünftig bebaubar, am Ende den Zuschlag bekommen) genommen sind. UND DANN geht ja erst der eigentliche Hausbau los ;)

    P.S.: Ich würde bei der Küche immer zu IKEA greifen, da die Luxusküche die man dort für 10.000 Euro bekommt im Küchenstudio locker 50.000 Euro kostet. Nur die Elektrogeräte sollten von Siemens oder Miele sein.

    • Steve Rueckwardt

      Hallo Frank,

      hui, ich dachte Leipzig sei schon teuer was die Grundstückspreise betrifft, aber mit 300 EUR sieht es bei Euch ja noch düsterer aus. :(

      Das Grundstücksthema haben wir glücklicherweise hinter uns, nur der Kaufvertrag fehlt eigentlich noch. Aber auch hier gab es Hürden, wie ich bereits berichtete.

      Was die Dachneigung betrifft: die ist ja nicht zwingend problematisch. Fragt doch mal nach, wie viele Geschosse erlaubt sind. Wenn 2 Vollgeschosse möglich, ist die Dachneigung letztlich zunächst ein Problem des Architekten, der es dann hübsch machen muss. :)

      Küche: nein, ich werde ganz sicher keine Ikea-Küche kaufen. :) Unser preislicher Rahmen ist abgesteckt und ein Kunde von mir macht Küchen (unsere aktuelle ist auch von ihm. Daher bringe ich mein Geld lieber dahin, wie ich es auch wieder mal zurück bekomme. :) Und ich denke zwischen 10-15.000 EUR bekommt man schon eine gute Küche mit vernünftigen Geräten auch im regionalen Küchenstudio. Aber no offense: wer seine Küche bei Ikea kauft ist auch ok. Als Selbständiger schaue ich (versuche es zumindest so gut wie möglich) zunächst im Kundenkreis nach Lösungen zu suchen.

  3. Hallo Steve, dass ist vollkommen ok.

    Bei der Heizung war das auch bei uns zwiepältig, aber irgendwann musste man ja etwas entscheiden.

    Einen Tipp zur Küche: Plane in jeder Ecke und überall wo es geht Steckdose. Und wenn Du denkst, es reichen 3 pro Ecke, nimm 6. Am Ende fehlen immer Steckdosen!!! ;)

    • Steve Rueckwardt

      Ja, keine Sorge. Steckdosen stehen gaaaanz weit oben. :D Und ich bin sicher: wenn das Haus fertig ist, wird es noch immer Stellen geben wo man sich denkt, „ach Mensch, da hätte auch noch eine hin gekonnt. :)

      Bzgl. der Heizung ist auch vollkommen ok. Wie Du sagst: irgendwann muss man sich mal entscheiden. Und wir haben letztlich die LWP gewählt.

  4. Lieber Steve,

    nehmt auf jeden Fall einen Sachverständigen mit „an Bord“, der den Handwerkern auf die Finger und die Baustelle schaut ;-)

    Alles Gute!

    • Steve Rueckwardt

      Hallo Ronny,

      danke für den Hinweis. Diese Aufgabe wird zu einem Grossteil der Architekt mit übernehmen. Davon ab gibt es aber auch noch Schwiegervaddern, der einschlägige Baukenntnisse mitbringt. :)

  5. Bei der LWP bin ich durchaus auf deiner Seite – vor allem, da niemand weiß, wie sich die Preise für fossile Brennstoffe entwickeln. Zwar sind sie derzeit günstig, aber eine Heizungsanlage soll ja für einige Jahrzehnte wirtschaftlich arbeiten.

    Ich habe noch nicht deinen ersten Beitrag zum Thema Hausbau gelesen, allerdings kam mir beim Punkt Kosten / Finanzierung die Idee, dich auf die Förderprogramme des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hinzuweisen (falls nicht schon geschehen): http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/waermepumpen/ Vielleicht lässt sich dort ein wenig Geld locker machen!

    Weiterhin viel Erfolg mit dem Projekt Hausbau!

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