Absolute Mehrheit – Polittalk mit Stefan Raab

pic: Logo Absolute MehrheitDas war sie nun, die erste politische Sendung von und mit Stefan Raab. Mit Absolute Mehrheit hat sich Raab auf ein Feld gewagt, welches man ihm so sicherlich nicht zugetraut hätte. Dafür erst einmal absoluter Respekt.

Erwartungshaltung

Meine Erwartungshaltung war nun nicht so immens hoch. Da es von Stefan Raab ist, war mit einem erhöhten Entertainment-Anteil zu rechnen. Dennoch bin ich mit der Hoffnung an diese Sendung gegangen, dass über diesen Weg und die Popularität von Raab eine Zielgruppe erreicht wird, die sich mit Jauch, Will & Co. eher nicht beschäftigt. Traurig, oder? Andererseits: eine mögliche Chance?

Die 1. Sendung

Der Einstieg war für mein Empfinden ziemlich flach. Raab hat die Sendung auf seine typische Art begonnen und mit ein paar flachen Sprüchen gespickt. Bis es dann endlich um Themen ging, waren schon mal gefühlt 10 Min der Sendung vorbei. Neben Raab bestand die Runde aus 4 Politikern und einer Unternehmerin.

  • Dr. Michael Fuchs – CDU
  • Thomas Oppermann – SPD (@ThomasOppermann)
  • Wolfgang Kubicki – FDP
  • Jan van Aken – Die Linke
  • Verena Delius – Fa. Goodbeans (@VerenaDE)

Diese diskutierten in Summe 3 verschiedene Themen.

  • Steuergerechtigkeit
  • Die Energiewende
  • Soziale Netzwerke
Allgemein ging es bei den 3 Themen nicht sehr über ein dezentes Anschneiden hinaus. Es war recht hektisch, ja sogar ein wenig gehetzt wirkte es.

Die Zuschauer am TV wurden aufgefordert, ihren „Liebling“ zu wählen und für diesen anzurufen bzw. eine SMS zu senden. Nach jedem Thema wurde die Abstimmung „gesichtet“ und die Person mit den wenigsten Stimmen war „raus“ – durfte aber sitzen bleiben und sogar weiter mitreden. Der Diskutant, welcher am Ende dann die absolute Mehrheit hat, gewinnt 100.000 EUR. Ich nehme es vorweg: es gab am Ende zwar einen Gewinner (Kubicki) aber dieser ohne die absolute Mehrheit. Die 100.000 EUR bleiben also im Pott und werden wohl – wie bei Schlag den Raab – in der nächsten Runde verdoppelt!?

Die 3 Themen und entsprechenden Zwischenabstimmungen haben für meinen Geschmack zuviel Zeit gekostet. Auch fand ich die Gags von Raab für dieses Format zu flach und unpassend. Hier nicht die trockene Art einer üblichen Polittalkrunde zu erwarten war klar. Etwas mehr Ernsthaftigkeit hätte für meinen Geschmack dem Rahmen etwas besser gestanden.

Zwischenzeitlich hatte ich jedoch auch den Eindruck, dass Raab ernsthaftes Interesse an dem Thema und der Sache hat. Wahrscheinlich kommt er manchmal an seiner eigenen, gewohnten Rolle nicht vorbei und kann einfach nicht anders als dann wieder irgendeinen Spruch zu bringen.

Klar war auch, dass dem Ganzen ein übliches Gewinnspiel mitgegeben wird. Per se nicht schlimm, vielleicht sogar förderlich für ein gewisses Zuschauerinteresse. Für das Format stand aber auch dies für meinen Geschmack etwas zu sehr im Vordergrund. Auch frage ich mich, inwieweit es vom eigentlichen Thema ablenkt.

Fazit

Dieses Thema – eine politische Talkshow – anzugehen verdient Anerkennung. Es anders anzugehen als die bisherigen Sendungen ist einen Versuch wert. Das sich mehr Menschen, vor allem Jugendliche, für Politik interessieren und mit den Themen konfrontiert werden sollten ist, denke ich, unstrittig. Sicherlich wird es Raab auf diesem Weg gelungen sein. Aber mit welcher Konsequenz? Schauen diese dann wirklich wegen den politischen Themen oder eher wegen dem Entertainment.

Die noch viel wichtigere Frage: Was nehmen diese Zuschauer mit?

Durch die häufigen Unterbrechungen und der Tatsache, dass in der Kürze der Zeit gleich 3 Themen „verarbeitet“ werden sollten, fehlte mir die inhaltliche Substanz. Die „normalen“ Polittalks schaffen es nicht, 1 Thema in einer Stunde vernünftig und verständlich rüber zu bringen. Absolute Mehrheit wollte daher mit 3 Themen und stetigen Auswertungs- und Werbeunterbrechungen einfach zu viel!

Aber vielleicht vergleiche ich auch zu sehr mit den bekannten Formaten. Letztlich bin ich wahrscheinlich auch gar nicht die Zielgruppe der Sendung gewesen und fühle mich auch deshalb nicht so ganz abgeholt. Zudem bin ich der Ansicht, dass man neuen Formaten schon etwas Zeit für die Entwicklung geben sollte. Raab ist zwar recht flexibel und ergeizig, ich weiss jedoch nicht, inwieweit er bereit ist, an seinem aktuellen Schema für das Format etwas zu ändern. Warten wir es ab.

Wie fandet Ihr die Sendung und was fandet Ihr besonders gut oder eher weniger gut?

[Update] weitere Stimmen zur Sendung:


Steve Rueckwardt

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