Gedanken

Die gestrige Nacht ging – bedingt durch den Anlass des Tages – etwas länger als gewöhnlich, was in meinem Alter dann doch am Folgetag etwas mehr spürbar ist, als das noch vor einigen Jahren der Fall gewesen war.

Viel ist heute nicht passiert. Ich hatte noch etwas im Büro zu tun, da ich ein paar Drehbücher seit der Woche vor Weihnachten immer wieder vor mir hergeschoben hatte. Aber was muss das muss und so habe ich dann doch das angefangene sowie zwei weitere fertigstellen können. Das ist doch erleichernd, wann man es geschafft hat und war ein Punkt, der mich heute mit etwas Stolz auf den Tag zurückblicken lies.

Seit ein paar Wochen schauen immer wieder mal ein paar Gedanken bzgl. dem Kind bei mir vorbei. Es wächst ja quasi unaufhörlich, ist mittlerweile über 10 Monate alt und zieht sich seit einigen Wochen ständig an allem hoch, was es fassen kann. Auch erzählt es immer mehr – weiterhin für mich unverständliche Sprache – aber hey, dafür kann das Kind ja nix. :) Und es fordert natürlich auch mehr Aufmerksamkeit.

Wie Melanie in ihrem aktuellen Tagesbericht schreibt, möchte auch ich natürlich gern und viel Zeit mit dem Kind verbringen – jetzt wie auch in der Zukunft. Die oben angesprochenen Gedanken gehen überwiegend in die Richtung, ob und vor allem wie ich dem Kind gerecht werden kann, ausreichend Zeit mit ihm verbringe, die Wünsche und Bedürfnisse erkenne und dann auch zum Wohle des Kindes erfülle. Ich scheitere hier derzeit aber an einem Kommunikationsproblem (und irgendwie auch an einem Zeitproblem).

Mit dem Kind Quatsch machen, herumalbern, alles kein Ding. Es lacht mittlerweile so herrlich kindhaft, es ist zum verlieben. Jedes Mal. <3

Aber dann gibt es so Momente, wo ich glaube, die Bedürfnisse erkannt zu haben, die vermeintliche Erfüllung aber nicht glückt. In anderen Situationen habe ich keine Idee, was das Kind gerade hat, wie ich ihm helfen kann, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Das Kind weiss nicht, wie es mir signalisieren kann, was es hat/braucht, wobei es vermutlich eher so ist, dass ich die entsprechenden Signale nicht erkenne oder nicht richtig deute.

Ich bin sicher, in ein paar Monaten bzw. 1-2 Jahren, ist dies wieder eine vollkommen andere Situation, denn dann ist die Kommunikationsbarriere geringer bzw. ganz weg. Im Moment reibt mich dies an manchen Tagen jedoch innerlich auf. Ich würde gern mehr Zeit mit dem Baby verbringen, habe aber gleichzeitig als Thema Arbeit/Firma im Kopf, am Haus sind natürlich auch noch Sachen zu tun… Dabei habe ich schon den „Luxuszustand“, von zu Hause arbeiten zu dürfen, das Kind also quasi immer in der Nähe zu haben. Das wiederum hat an manchen Tagen einige weniger positive Effekte auf meine Konzentration.

Vermutlich alles vollkommen „normal“, etwas wo alle Eltern mal durch müssen. Etwas, in dass man mit der Zeit hineinwächst. But there are still this thoughts, this emotions…

Es ist kompliziert.

Bild: pixabay – qimono

Steve Rueckwardt

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