Auf dem Weg in die Elektromobilität

Mein erstes Auto war ein Ford Escort. Ich weiss das Baujahr nicht mehr, aber als ich ihn als Gebrauchtwagen gekauft hatte, war er schon nicht mehr ganz taufrisch. Als zweites kam dann ein Renault 19.

Und danach, es muss so um 2000 herum gewesen sein, mein erster Passat Variant. Auch gebraucht und bei ca. 120.000 km dann abgegeben und ebenfalls wieder einen Passat Variant (bis 140.000 km) und auch danach, 2008, dann meinen Passat Variant (steht aktuell bei knapp 280.000 km), den ich bis heute noch fahre.

Alles Diesel-Fahrzeuge (also die 3 Passat) und ich war soweit auch immer zufrieden. Ich hatte mehr als genug Platz, konnte immer viel verstauen und auch längere Reisen waren bequem und angenehm und Tankstops erst nach ca. 900-1200 km notwendig, je nach Fahrweise.

Ich bin mit dem Auto auch soweit zufrieden, es tut was es soll und bringt uns von A nach B. Gerade seit das Kind da ist, weiss ich den Stauraum und allgemein die Geräumigkeit sehr zu schätzen.

Das nächste Auto wird elektrisch

Ich befasse mich schon ca. 3-4 Jahre beiläufig mit dem Thema Elektromobilität. Höre Podcasts dazu (vorrangig CleanElectric) oder schaue Videos (hier vorrangig Fully Charged) bzw. lese Artikel zu dem Thema. Wirklich sehr spannend und mir ist schon lange klar: das nächste Auto, was gekauft wird, ist ein Elektrofahrzeug. Kein Hybrid oder Plug-In-Hybrid, sondern rein elektrisch.

Die Gründe sind vielfältig, primär, weil ich glaube dass es ein nicht unwichtiger Schritt in Sachen Klimaschutz ist. Kein Allheilmittel, nein, aber wenn schon PKW, dann doch einen der in der Nutzung so umweltfreundlich wie nur möglich ist. Aber auch betriebswirtschaftlich finde ich E-Autos durchaus interessant, aber auch der Fahrspass soll gegeben sein.

Ein Model 3 auf Probe

Nachdem wir in den aktuellen Passat in den letzten 12-14 Monaten einige tausend Euro an Reparatur(en) gesteckt haben und bedingt durch das Alter und die Kilometer in absehbarer Zeit weitere Kosten auf uns zu kommen würden, habe ich mich in den letzten Monaten intensiver mit dem Thema Elektromobilität befasst.

Etwas vergleichbares wie den Passat gibt es als reines Elektrofahrzeug derzeit auf dem hiesigen Markt leider nicht (wohl frühestens 2021 bei VW, andere Hersteller bisher eher nichts in der Richtung bekannt). Die Hersteller sind oftmals eher der (für mich nicht nachvollziehbaren) Ansicht, PKW im Bereich von SUV seien das Nonplusultra.

Nach etwas Sondierung hat sich das Feld auf Fahrzeuge die rein theoretisch in Frage kommen würden (aber kein SUV oder SUV-ähnlich sind) auf 2 Fahrzeuge reduziert.

  • Tesla Model 3
  • Hyundai IONIQ electric

Blind kaufen finde ich bei einem PKW schwierig, erst recht wenn es hier um Summen jenseits der 40-50k EUR geht. Für November standen bei mir geschäftlich einige längere Fahrten an und so entschied ich, das Model 3 für einen Zeitraum von knapp 3 Wochen auszuleihen und zu testen.

Eine der ersten Adressen hierfür ist Nextmove, die auch eine Niederlassung in Leipzig haben. Leider war da für den gewünschten Zeitraum nur noch 1 M3 verfügbar, welches ein US-Model war und auch nur Heckantrieb hatte (wollte ich nicht). In der Niederlassung Arnstadt gab es jedoch ein M3 LongRange (als Performance) verfügbar und ich entschied mich, selbiges dann eben ab Arnstadt zu mieten.

Gesagt, getan. Ich war in der Zeit in Mühlhausen/Thür., Plauen, Jena, Bitterfeld-Wolfen oder auch Leipzig. Alles keine enormen Langstrecken, aber für mich ausreichend um zu testen, wie es sich für mich/uns im Alltag schlägt.

Das M3 nun ausführlich zu beschrieben und nichts zu vergessen würde den Artikel wohl sprengen. Kurz zusammengefasst:

Ich habe etliche Male geladen, an der Steckdose hier in der Garage, an 11KW-, 22KW- oder auch 50KW-Ladern wie auch an einer Supercharger-Station in der Nähe. Das hat alles problemlos geklappt (bis auf 1x an einer recht neuen Ionity-Säule, da lies sich keine Verbindung aufbauen, bin dann wieder auf den SC gegenüber ausgewichen).

Fahrgefühl ist gut, an Teile des Minimalismus im Cockpit habe ich mich recht schnell gewöhnen können, an andere leider nicht so ganz und ein paar Dinge empfinde ich schwierig (Konzentration auf den Verkehr und Meldungen im Display, Phantombremsungen) oder noch nicht ganz zu Ende gedacht.

Alles in allem aber ein wirklich schönes Auto, was sich gut fährt und auch in Sachen Reichweite und Ladeleistung gute Ergebnisse abliefert. In der Summe der für uns wichtigen Punkte gab es jedoch ein paar Aspekte (z.B. Kofferraum) aufgrund derer wir uns gegen ein Model 3 entschieden haben.

Die 3 Wochen haben mir jedoch gezeigt: es ist im Alltag machbar, relativ problemlos sogar (davon war ich bereits vorab ausgegangen). Es bedarf natürlich ein paar Dinge die man für sich umstellen bzw. umdenken muss. Für Langstrecken bedarf es ein wenig mehr Planung, aber auch das sollte etwas sein, an das man sich recht schnell gewöhnt.

Hyundai IONIQ electric

Die Wahl fiel letztendlich dann auf den IONIQ electric, und hier das Facelift von 2019. Wir sind ihn schon Probe gefahren. Ist natürlich etwas anders als das M3, passt für unsere derzeitige Lebenssituation aber besser.

Wenn alles klappt, zieht das Auto noch im Dezember bei uns ein. Da ich speziell zum Modell mit dem Facelift nicht sehr viele Berichte und Videos während meiner Recherche im Zuge des Entscheidungsprozesses habe finden können (meist wird nur das vor-Facelift besprochen; seit kurzer Zeit bringt Electric-Dave einiges zum Facelift IONIQ), habe ich mich entschieden, ab und an schriftlich wie auch in Videoform etwas zum Auto zu machen (wenn es zeitlich und thematisch passt). Vielleicht hilft das ja anderen weiter, die auch gerade im Entscheidungsprozess sind.

Das erste was auf dem Plan steht: die Abholung inkl. Rückfahrt festzuhalten. Da wir das Auto nicht regional, sondern bei einem, in der eMobility-Scene recht bekannten, Autohaus im südlichen Bayern erworben haben, ist der Rückweg doch ca. 450 km lang. Für die erste richtige Fahrt mit dem Auto und damit auch die erste wirkliche Langstrecke in einem EV, wird das sicherlich spannend und interessant.

Die Strecke ist im abetterrouteplanner bereits geplant, ich schwanke derzeit noch ein wenig bzgl. der Ladestrategie hinsichtlich Laden oder Nichtladen bei unserem Übernachtungsstop. Das wird dann vermutlich spontan entschieden.

Wir freuen uns auf jeden Fall sehr auf das Auto und auch die neue Zeit und die Erfahrungen, welche wir damit sammeln dürfen. Sofern es konkrete Fragen zum Auto oder auch allgemein dem Thema gibt, gern in die Kommentare.

Steve Rueckwardt

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