Hausbau: Grundstückssuche

Einer der ersten Schritte, welcher auf der ToDo zum Thema Hausbau getan werden muss, ist ein Grundstück zu haben bzw. zu finden. Ohne dieses sind die restlichen Dinge eher obsolet und sinnfrei. Es soll hübsch sein, eine gute Lage haben, eine angemessene Grösse, Verkehrsanbindung sollte nicht zu schlecht sein und natürlich auch der Preis muss passen.

Symbolbild: Natur/Landschaft

Also die entsprechenden Parameter in die gängigen Immobilienportale gehakt und passende Suchagenten eingerichtet. Da gab es zu Beginn auch etliche Angebote per E-Mail. Aber was genau ist für uns relevant?

Lage

Die Lage ist nicht unwichtig. Ich bin beruflich recht flexibel was den Standort betrifft, da ich grösstenteil über das Internet agiere. Nadine ist angestellt. Derzeit jeweils 45 Min Arbeitsweg hin und auch wieder zurück. Also sollte das Grundstück nicht weiter weg sein als wir aktuell wohnen, ideal wäre deutlich näher am Arbeitsort. Fahrkilometer sparen und vor allem Lebenszeit gewinnen, welche sich sinnvoller zubringen lässt, als auf der Strasse.

Dann sollten die nächsten Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel und den alltäglichen Bedarf nicht ewig weit weg sein. Ein kleinerer Ort wäre grundsätzlich kein Problem, ein 60 Seelendorf mit <15 Kilometer bis zur nächsten Zivilisation ist aber nicht das Traumziel. Also Stadtrand bzw. -nähe wäre nice.

Grösse

Die Grösse das Grundstückes finde ich einen ziemlich wichtigen Aspekt. Als wir zu Beginn der Überlegungsphase durch etliche Neubausiedlungen gelaufen sind, ist mir aufgefallen, dass ziemlich oft das Grundstück das Haus beherbergt und darüber hinaus evtl. noch 3m Rasen rundherum (etwas überspitzt). Solche Grundstücke waren meist um die 500-650m² gross. Das ist etwas, was wir nicht wollen. Eine gewisse Distanz zum Nachbarhaus sollte schon sein, ein wenig Freiraum mit Grün ist ebenso wünschenswert. Unsere Wunschgrösse wäre also so um die 800-1000m².

Verkehrsanbindung

Die Verkehrsanbindung geht ein wenig mit der Lage einher. Zu weit ab vom Schuss sollte es wie erwähnt nicht sein. Eine Strassenbahn oder zumindest ein Bus als Möglichkeit um in die Stadt bzw. allgemein den nächst grösseren Ort zu gelangen wäre angenehm.

Preis

Der Preis ist natürlich mit einer der wichtigsten Faktoren. Damit ist Leipzig als potentieller Baustandort aber quasi auch bereits raus. Grundstücke mit 600m² gehen hier bequem für 80.000 bis auch gern mal 100.000 EUR weg. Zuzüglich Maklerprovision. Rechne ich das auf unsere Wunschgrundstücksgrösse hoch…. Also Umland. Da gibt es die Grundstücke deutlich günstiger.

Ein paar gute Hinweise, was dann bei der Suche bzw. dem Kauf zu beachten ist, findet Ihr u.a. im Hausbaublog von Andy.

Grundstücksfavorit geschwächt

Von den bisherigen gefundenen Grundstücken, erfüllten ein paar die Kriterien allein von den in der Online-Anzeige zu ersehenden Daten. Wir schauten sie uns dann live vor Ort an. In der Regel zunächst ohne den Makler/Verkäufer. Das ist nicht immer einfach, da genaue Adressen online nicht immer ersichtlich sind, aber der Ort steht meist da und mit Hilfe von Google Maps kann man den potentiellen Standort schon etwas eingrenzen.

Ohne Makler deswegen, da ich das erstmal in Ruhe anschauen will. Wenn es nicht passt, dann spare ich dem Makler Zeit und mir den Stress eines „Verkaufsgespräches“. Einige flogen recht schnell aus der potentiellen Liste, da die Orte in 2013 mittel- bis sehr stark vom Hochwasser betroffen waren. Das ist mir dann doch ne Ecke zu heikel.

In die engere Wahl kamen dann bisher 3 Grundstücke. Das erste flog recht schnell wieder raus, da es direkt unter der Flugschneise vom Flughafen Halle-Leipzig lag. Da konnte man das Fahrwerk noch sehr gut und deutlich von unten erkennen. Das zweite hat uns von der allgemeinen Lage und auch vom Schnitt super gefallen und der Preis war auch wirklich klasse. Es liegt jedoch wenige hundert Meter neben der Start-/Landebahn des Flughafens und auf der anderen Seite die A9, welche bei „gutem“ Wind auch nicht zu verachten ist. Also auch raus.

Es blieb eines, welches alles in allem wirklich gut alle notwendigen Faktoren getroffen hat. Ungefähr 15 Min für Nadine bis zu Arbeit, ca. 2 km bis zur Stadt, recht ruhig gelegen, eine gute zu erwartende Internetanbindung (was für mich beruflich als auch privat sehr wichtig ist) und es ist ein ansprechender Preis. Alles perfekt, in den letzten ca. 2 Wochen haben wir uns schon sehr an den Gedanken gewöhnt, dort unsere Zelte aufzuschlagen. Ein etwas grösseres Manko verbleibt jedoch: direkt am Ende des Grundstückes steht etwas versetzt ein Hochspannungmast mit 6 Leitungen. Eine der beiden äusseren liegt ca. auf der Grundstücksgrenze. Es geht keine Leitung direkt über das Grundstück.

Dies war mir bereits bei der ersten Besichtigung aufgefallen, ich habe es mir dann jedoch auch irgendwie schön geredet nach dem Motto: „…es gibt ja auch noch zig andere Strahlungsquellen wie WLAN, Mobilfunk, Radio etc. die so oder so da sind. Die Leitung geht nichts übers Grundstück, das ist also nicht weiter schlimm….“

Dennoch hat es mir keine so richtige Ruhe gelassen und ich habe mich heute mal etwas intensiver mit dem Sachverhalt befasst. Was ich vorher schon wusste: es gibt keine wirklich klaren Studienergebnisse dazu, ob ein Leben in der unmittelbaren Nähe von Hochspannungsleitungen nun gesundheitsschädlich ist. Es gibt aber auch keine, welche das Gegenteil belegen, also belegen, dass es ungefährlich ist.

Googelt man sich nun zu diesem Thema etwas zusammen, wird man nicht sehr viel schlauer. Es gibt Hardliner die vollkommen dagegen sind, auch nur im Umkreis von 2-3 km eine solche Leitung haben zu wollen. Dann gibt es die, die das nicht weiter schlimm finden und es ja auch nicht belegt sei, dass es gefährlich ist. Auch ohne belegende Studien gilt wohl eine Empfehlung von mindestens 250m Abstand, andere Quellen sprechen von ca. 500m zu einer Hochspannungsleitung. Denn ab da ist bei Freileitungen der für diesen Bereich relevante µTesla-Wert um die 0,1. Je näher um so höher dieser Wert und verschiedene Forscher haben bei einem Wert von 0,4 µTesla für Kinder ein doppelt so hohes Risiko festgestellt, an Leukämie zu erkranken.

Nun ist dies nicht 100% belegt, aber allein der Gedanke, es ist doch etwas daran – will man dies dann? Geht man dieses Risiko ein? Ist das evtl. alles doch nur Panikmache? Es verunsichert. Der Favorit bzgl. Grundstück nun doch deutlich geschwächt. Was sollen wir machen? Immerhin ist dies als Lebenszielstation gedacht, also Haus bauen, Kinder gross ziehen und im Idealfall dort alt werden.

Ich werde wohl mal den entsprechenden lokalen Versorger anschreiben und anfragen ob es zu diesen Bereich nähere Daten zu der Leitung bzgl. Leistung etc. gibt und dann mal schauen, wo ich jemanden finde, um mit diesen Daten nun eine Empfehlung bzgl. für oder gegen den Kauf zu bekommen. Irgendwie komme ich mir so aluhutmässig bei diesen Gedanken vor. Auf der anderen Seite: es zu ignorieren finde ich auch irgendwie falsch.

Mehr Infos zu dem Thema Hochspannungsleitung gibt es u.a. noch hier, hier, hier und hier (PDF). 

weiter suchen / neue Quellen finden

Nun heisst als zumindest erst einmal weiter suchen um neue Optionen zu eröffnen. Dabei heisst es aber auch, neue Quellen zu finden, da mir bei den einschlägigen Portalen seit Wochen immer wieder die gleichen Objekte bzw. Grundstücke angeboten werden. Ggf. müssen wir dann doch direkt einen Makler beauftragen, etwas passendes zu suchen. Es ist auf jeden Fall ein Auf und Ab mit den Gefühlen…


Bild: Steve Rueckwardt, (CC-BY-NC-SA)

Steve Rueckwardt

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Puh, das Hochspannungs-Leitung Thema ist so eine Sache. Ich würde mich hier nicht auf irgendwelche Studien oder Aussagen des Versorgers verlassen. Ich würde auch nicht in der Nähe wohnen wollen obwohl ich auch nicht zu der Sorte gehöre, die mit Strahlung auf Kriegsfuß stehen. Unsere neue Wohnung ist durch W-Lan, DECT und Funk-Hausautomatisierungs-System wohl auch nicht ganz strahlungsfrei :-) Das Bauchgefühl muss da jetzt am Anfang meines Erachtens trotzdem einfach zu 110% stimmen. Die Strahlung, die meine eigenen Systeme verursachen habe ich selbst in der Hand. W-Lan kann ich abschalten. Eine Hochspannungsleitung nicht.

    Persönliche Meinung: Wenn die Leitung jetzt schon Magengrummeln bei euch verursacht solltet ihr es lassen. Jedes kleine Grummeln wird über die Jahre zu einem ernsten Problem und Zweifel können aufkommen. Insbesondere bei der Ausrichtung, jetzt einen Fleck „zum alt werden“ zu suchen.

    • Steve Rueckwardt

      Danke Dominik für das Feedback.

      Ich weiss mittlerweile, dass es wohl eine 110kV Trasse ist mit 50Hz. Eigentlich sollte wohl seitens dem Versorger schon einen „Sicherheitsabstand“ vorgegeben sein. Ich warte nun die Rückmeldung ab. Aber Tendenz ist (leider) schon mehr contra denn pro.

  2. Hallo Steve,

    finde es klasse, dass du deine Erfahrungen verbloggst. Wir suchen ja auch schon etwas nach einem Haus für Familie Rabus_Minze.
    Wir hatten eine ähnliche Situation: Wir haben ein Baugrundstück begutachtet, bei dem direkt an der Grundstücksgrenze ein Funkmast stand. Für mich ein Ausschlusskriterium, für meinen Mann kein Problem. Wir haben uns, auch wegen anderen Punkten gegen das Grundstück entschieden.
    Ich informiere mich gerade über Baubegleiter. Hast du dir da schon Gedanken gemacht?
    Die Immobiliensuche ist wirklich eine Achterbahn der Gefühle!

    Viel Erfolg weiterhin!
    Melanie

    • Steve Rueckwardt

      Hallo Melanie,

      ja, habe da auch schon mal geschaut, aber noch nicht sooo intensiv. Dazu war mir das die letzten Wochen auch zu viel Hin und Her. :) Da wir vermutlich mit einem „eigenen“ Architekten bauen werden, wird dieser evtl. davon einiges übernehmen. Aber wie gesagt, so intensiv habe ich mit diesem Thema noch nicht befasst.

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