Die Wege des Herrn… – der Glaube und seine Individualität

Soeben habe ich den aktuellen Blogpost von Romy (@snoopsmaus) gelesen. Sie schreibt in ihrem Artikel „Das Kreuz mit dem Kreuz“ über ihren Glauben und ihre Gedanken über die Kirche als Institution. Zunächst wollte ich kurz kommentieren, jedoch wurde der Kommentar dann doch recht umfangreich und somit habe ich mich für einen eigenen Blogpost hierzu entschieden.

Ich bin weder getauft noch habe ich anderweitig grossartige Berührungspunkte mit der Kirche.

Beim ersten Teil ihres Textes kann ich wenig mitreden. Ich habe mich schon mit vielen Menschen über ihre jeweilige Religion unterhalten und jedes dieser Gespräche war äusserst interessant und spannend. Spott oder Unverständnis habe ich in diesem Zusammenhang aus meiner Sicht noch nicht persönlich mitbekommen bzw. wurde mir auch von den Gesprächspartnern hierüber nichts berichtet. Dies mag als jemand der religiöse Symbole trägt bzw. seine Religion kenntlich macht evtl. anders sein.

Dann schreibt Romy

Auseinandersetzen mit Religion und Werten – und ich bin wertekonservativ – erdet auch ungemein. Nächstenliebe ist dabei für mich das Wichtigste. Vielleicht hat es was mit Erziehung zu tun, aber ich lasse gerne älteren Menschen den Vortritt beim Einsteigen in den Bus oder die Bahn, stehe auch gerne auf für ältere Menschen, helfe Menschen gerne, wenn sie mich nach dem Weg oder der Uhrzeit fragen. Gerne frage ich auch mal proaktiv, ob ich helfen kann, wenn Menschen fragend vor den U-Bahn-Plänen stehen.

Dies kenne ich auch, verbinde es jedoch nicht zwingend mit religösen Themen. Es hat – wie sie auch selbst vermutet – mAn viel mit Anstand und Erziehung zu tun. Oft ist es auch ganz simpel einfach „nur“ Verhalten durch nachdenken. Einfach mal drüber nachdenken, wie man sich in der Situation der anderen Person fühlen und über was man sich freuen würde. Genau dies dann auch einfach mal machen – getreu dem Motto: „Behandele andere so, wie Du auch selbst behandelt werden möchtest.

Zugegeben, derartiges Denken vermisst man hier und da leider recht häufig, aber dies sollte einen nicht davon abhalten, an dieser Lebenseinstellung festzuhalten.

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Im letzten Absatz habe ich mich dann voll und ganz wiedergefunden. Religion und Kirche sind für mich zweierlei Dinge. Die Institution Kirche ist für mich nicht mehr und nicht weniger als genau das: eine Institution. Glaube ist in meinen Augen etwas persönliches, privates und jeder definiert diesen für sich anders.

Der eine zelebriert seinen Glauben offen, der nächste jedoch eher für sich im persönlichen Rahmen. Bisher ist mir noch keine Religion untergekommen, welche mir gänzlich unsympathisch ist. Liegt aber vielleicht auch primär daran, dass ich es an den Menschen festmache, mit denen ich mich darüber unterhalten habe.

Gottesdienste oder auch der Papst sind Dinge, mit denen ich nicht sonderlich viel anfangen kann. Dennoch respektiere ich es, dass es Menschen gibt, welche daraus Kraft schöpfen und es teilweise auch als Antriebsmotor ihres Lebens sehen.

Fazit

Nur weil ich nicht getauft bin sowie keiner religiösen Glaubensgemeinschaft angehöre, bedeutet dies nicht, dass ich nicht glaube. Glaube kann so individuell sein und gelebt werden wie die Menschen individuell sind. Für mich ist Glaube auch nicht an Worte wie christlich, jüdisch, muslimisch etc. gebunden. Letzlich hat jeder seine ganz eigene Religion und seine ganz eigenen Glaubensregeln.

Wie sind Eure Erfahrungen und Sichtweisen zu Glaube bzw. Kirche und/oder Religion?


Steve Rueckwardt

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