Canada – die ersten Tage in Nordamerika [Teil 2]

OttawaÜber die etwas holperige und mit kleineren Hindernissen belegte Hinreise hatte ich ja bereits berichtet. Nach ca. 28 Stunden wach viel das Schlafengehen in der ersten Nacht in Canada nicht sonderlich schwer. :)

Der Hauptgrund für unseren Weg nach Canada war die Hochzeit von Freunden. Am Samstag vormittag stand die Taufe des Bräutigams an und danach gemütliches Beisammensein im Haus der Brauteltern. Beides gute Gelegenheiten einen Teil der Familie kennen zulernen. Wir kamen recht schnell ins Gespräch und meine anfänglichen Befürchtungen, bzgl. dem Englisch sprechen, wurden nun gänzlich zerstreut.

Das recht zwanglose Begrüssungsritual der Nordamerikaner (und auch der Briten!?) mit Sätzen wie „Nice to meet you“ und „How are you“ ist für einen Europäer, der damit bisher nicht sonderlich oft zu tun hatte, doch etwas gewöhnungsbedürftig, aber andere Länder, andere Sitten. :) Ich für meinen Teil kann eben nur schwer einschätzen, ob mein Gegenüber ernsthaftes Interesse an meinem Befinden hat oder dies eher eine reine Konversationsfloskel ist. In den meisten Fällen wohl eher letzteres, wobei wir ähnliche Dinge ja auch im deutschen Sprachgebrauch vorfinden. Anfangs fand ich es etwas befremdlich, nach einigen Tagen jedoch als eine recht einfache Art ins Gespräch zu kommen. :)

Auf dem Weg von der Kirche, in welcher die Taufe stattfand, zum Haus der Brauteltern war der Bruder der Braut zusammen mit einem Freund der Familie so nett, uns zu einem Einkaufszentrum zu bringen. Nicht um ausgiebig zu shoppen, nein. Ich wollte natürlich während meines Aufenthaltes in den kommenden 14 Tagen nicht auf mein „Suchtmittel“ verzichten und war bereits im Vorfeld von Deutschland aus auf der Suche nach einem adäquaten Mobilfunkangebot für die mobile Datennutzung.

Mobile Datennutzung in Canada

Dank einigen Infos aus meiner Twitter-Timeline sowie Tipps in der Deutsch-Kanadischen Community auf XING hatte ich ausreichend Daten mit denen ich mich eingehender beschäftigen konnte. Ich habe dann bei Rogers ein Angebot gefunden, welches für 45 CAD 500 MB Daten enthält. Da ich nicht ganz sicher war, ob dies für mich so nutzbar ist, wie ich es vor hatte und auch, ob ich es als Tourist überhaupt bekommen kann, fragte ich bei Rogers via Twitter an. Meine erste Anfrage blieb leider unbeantwortet, so dass ich @RogersHelps Tage später erneut nachfragte. Andrew, ein Mitarbeiter von Rogers, antwortete dann von einem separaten Account und er konnte mir zum Teil weiterhelfen. Für die offenen Punkte sollte ich dann die Kundenhotline kontaktieren. Dies habe ich dann auch getan und eine freundliche Dame hat sich dann auch meinem noch etwas unsicheren Englisch angenommen und meine offenen Fragen beantwortet. Nach dem Telefonat war ich mir sicher, dass dieses Angebot passt.

Im oben erwähnten Einkaufszentrum angekommen, war der erste Mobilfunk-Shop jedoch der von TELUS. Ersteinmal zum schauen, welche Angebote diese denn haben, gingen wir in den Shop. Wir erläuterten dem Mitarbeiter, was genau gewünscht ist. Er stellte dann ein Prepaid-Angebot vor, welches für 25 CAD unbegrenztes Messaging (übrigens neben SMS in Canada auch in über 100 Länder weltweit) sowie 250 MB Datenvolumen enthält. Ich habe mich dann spontan entschieden, dieses Angebot anzunehmen. Die Hintergrundatenübertragung an meinem Galaxy SII hatte ich bereits vor einiger Zeit deaktiviert, da der Stromverbrauch ohne selbige deutlich geringer ist und ich diesen Automatismus nicht zwingend benötige. Die 250 MB sollten also ausreichend sein und ich hatte sogar noch 5 CAD für Telefonie zur Verfügung. Optimal um für kurze Telefonate mit unseren kanadischen Freunden zu sprechen, wenn einmal Bedarf bestehen sollte.

Nachdem ich die SIM eingelegt hatte war ich glücklich und zufrieden, konnte der Urlaub nun ohne grössere Sorgen beginnen. Denn bei Nutzung meiner deutschen SIM wären je MB rund 10 EUR angefallen, und mit 100 – 150 MB habe ich in Summe in den 14 Tagen Aufenthalt schon gerechnet. Der Herzinfakt nach dem Erhalt der Rechnung in Deutschland wäre hier vorauszusehen gewesen. ;)

Die ersten Eindrücke

Am nächsten Tag stand dann die Hochzeit an. Eine wirkliche schöne Feier mit vielen verschiedenen Gästen unterschiedlicher Herkunft. Egal mit wem wir uns unterhalten haben, meist gab es eine Verbindung zu Deutschland. Entweder die Eltern oder Grosseltern stammen aus Deutschland, oder es gibt Verwandte in Deutschland oder ein Familienmitglied war militärbedingt in Deutschland. Meine Tischnachbarin sprach sogar nahezu fliessend deutsch. Es war ein sehr lustiger Abend mit viel Spass, Tanz und tollen Gesprächen.

Canada ist bekanntlich zweisprachig. Neben Englisch wird auch die französische Sprache gepflegt. In manchen Provinzen mehr in anderen weniger. In Ottawa ist das Französische sehr stark vertreten, ist es doch auch die Hauptstadt des Landes und Sitz des Parlaments. Es ist sehr empfehlenswert, will man einen Job im öffentlichen Bereich der Staatsorgane, der französischen Sprache mächtig zu sein. In den Ämtern, Geschäften und „auf der Strasse“ kommt man in der Regel aber auch bequem mit Englisch weiter. Strassenschilder, Broschüren etc. sind in den allermeisten Fällen zweisprachig verfasst. Auch die Hochzeit war zweisprachig, wobei die Hauptsprache jedoch Englisch war. Neben uns als deutsche „Delegation“ gab es auch noch Gäste aus dem Libanon, den USA und Usbekistan. Ein multilingualer Abend.

Nachdem wir den folgenden Montag zum Ausschlafen sowie zum entspannen genutzt haben, begann dann am Dienstag der Sightseeing-Teil des Urlaubs. Wir fuhren zusammen mit unserer Freundin nach Downtown Ottawa. Dort sahen wir dann das erste Mal die Innenstadt von Ottawa.

Eine interessante Mischung von Architektur. Neue Gebäude neben alten Gebäuden, Glasbauten neben geschichtlichen. Zum parken empfiehlt sich das Parkhaus des Rideau-Einkaufszentrums. Von diesem kommt man sehr bequem zum Confederation-Square, welchen man bequem als Startpunkt für einige interessante Punkte der Stadt wählen kann.

Ottawa Downtown

OttawaDa ist zum Einen unmittelbar das Hotel Fairmond Château Laurier gelegen, welches im Inneren eine kleine „Ausstellung“ zur Geschichte des Hause bietet. Direkt hinter dem Hotel schliesst sich ein kleiner Park an. Hier kann man bequem spazieren gehen oder auch einfach nur zum relaxen auf den Bänken oder im Gras Platz nehmen. Im Park findet man kleinere Denkmäler und hat zudem auch einen wunderbaren Blick auf die andere Seite des Ottawa River.

Direkt neben dem Château Laurier schliesst sich der Parliament Hill an. Hier sitzt – wie der Name schon sagt – das Parlament von Canada. Das Gebäude kann man tagsüber auch besichtigen. Die – jahreszeitenbedingt unterschiedlichen – Öffnungszeiten findet man auf der Webseite. Auch um das Gebäude herum kann man spazieren gehen und hinter dem Gebäude erhält man erneut einen guten Ausblick auf die gegenüberliegende Seite des Flusses. Auf dem Platz des Parlamentsgebäudes kann man einen kleinen Brunnen mit einer „ewigen Flamme“ und Wappen aller canadischen Provinzen bestaunen.

An diesem Nachmittag haben wir dann auch erstmalig Bekanntschaft mit einem sehr delikaten Gebäck gemacht. Cinabon – handgemacht und halbstündlich frisch zubereitet kann man diese kleinen süssen und mit Zimt versehenen Leckerbissen im gleichnamigen Laden im Rideau-Center erstehen. Wirklich seeeehr lecker. :)

Ausklingen lassen haben wir den Tag im ebenfalls nahe dem Confederation-Square gelegenen Milestones. Eine Bar in der man Cocktails (auch alkoholfreie) trinken, aber auch essen kann. Wir haben es bei Getränken belassen.

Der erste Sightseeing-Tag ging mit netten Gesprächen zu Ende und für den kommenden Tag war ein Ausflug nach Montreal geplant. Davon gibt es mehr im entsprechenden Artikel.

Die weitereren Stationen der Canada-Reise:

Bilder zu allen bisherigen Teilen:

Canada Album oder als Diashow

(Blogartikel von pixmake.de migriert)


Steve Rueckwardt

Veröffentlicht von

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